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Essener Haus & Grund-Kongress 2013
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Informationen vor großer Kulisse in der Grugahalle

3.500 Besucher und eine gute Resonanz im Rahmen persönlicher Gespräche an den Messeständen der Veranstalter lassen ein positives Resümee des Essener Haus & Grund-Kongresses 2013 ziehen. Dieser fand am 13. Februar zum inzwischen sechsten Mal in der Grugahalle in Essen statt.

 

Falkobert ObstFalkobert Obst, Vorstandsvorsitzender von Haus & Grund Essen machte in seiner Begrüßung zu Anfang des Kongresses deutlich, dass die alljährliche Information der Haus & Grund-Mitglieder aus Essen und der dem Landesverband Ruhr angehörenden Vereine einen Höhepunkt der jährlichen Vereinsarbeit darstelle. Gemeinsam mit der Sparkasse Essen, den Stadtwerken Essen und der Messe Essen durchgeführt, stellt der Essener Haus & Grund-Kongress zurzeit eine der publikumsstärksten Veranstaltungen der Haus & Grund-Organisation in Deutschland dar. „Wir sind stolz, mit unseren Themen das Interesse unserer Mitglieder zu treffen und diese mit einem informativen und unterhaltsamen Veranstaltungskonzept über wohnungswirtschaftliche Entwicklungen zu informieren“, so Obst. Selbst wies er stichwortartig auf die Eckpunkte des im Frühjahr in Kraft tretenden Mietrechtsreformgesetzes hin, das wesentlich auf die Initiative und das Engagement von Haus & Grund Deutschland mit seinen Untergliederungen zurückzuführen sei.

 

Dr. Rolf Kornemann, Präsident Haus & Grund Deutschland, zeigte im Rahmen seines Vortrages auf, dass energetische Gebäudeertüchtigungen sich häufig für den Eigentümer nur lohnen, wenn im Zuge ihrer Durchführung zugleich ohnehin anstehende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt würden. Vor dem Hintergrund stetig steigender Energiepreise sei die Einsparung von Primärenergie im Gebäudebereich zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, dabei seien jedoch letztlich die Grenzen des wirtschaftlich Sinnvollen zu beachten. Kornemann begrüßte, dass die Überlegungen zur überarbeiteten Energieeinsparungsverordnung zunächst keine weiteren Anforderungen an bestehende Wohngebäude vorsehen. „Wenn es bei diesem Ergebnis bleibt, können Immobilieneigentümer erst einmal aufatmen“, kommentierte Kornemann. „Die Bundesregierung geht hier behutsam vor, so dass sich alle Bauwilligen Podiumvor Baubeginn darauf einstellen und ggf. ihre Pläne in Bezug auf einen Neubau, für den verschärfte Vorschriften gelten sollen, überdenken können. Eigentümer älterer Gebäude können das nicht mehr. Deshalb ist es um so wichtiger, jetzt die Bestandsgebäude zu verschonen. Die aktuellen energetischen Anforderungen stellen auf absehbare Zeit die Grenze des finanziell und technisch Machbaren im Bestand dar. Ein Mehr würde Vermieter und Mieter völlig überfordern“, führte Kornemann aus.

 

 

Nachfolgend stellte Dipl.-Ing. Dirk Mobers, EnergieAgentur NRW die Möglichkeiten und Einsparpotenziale energetischer Modernisierungen vor. Dabei verwies er zunächst auf die grundlegenden klimatischen und energiepolitischen Hintergründe, die die Notwendigkeit energetischer Gebäudeertüchtigungen aufzeigen. Mit zahlreichen Beispielen unterlegt, stellte er die Möglichkeiten zur Verbesserung der Energiebilanz eines Hauses vor. Dabei erläuterte er besonders die Optimierung der Anlagentechnik im Bereich von Heizung und Warmwasserbereitung, die Einsparpotentiale durch Dachgeschoss- und Kellerdeckendämmung sowie die Optimierung von Fenstern und Fassaden. „Die fachkundige Beratung durch einen qualifizierten Energieberater sollte bei jeder energetischen Modernisierung beigezogen werden, um einen optimalen Erfolg zu erzielen“, führte Mobers aus.

 

Ursachen, Wirkungen und Maßnahmen von Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbefall behandelte Dr.-Ing. Wolfgang Lorenz im Rahmen seines Vortrages. Er führte auf, dass im Rahmen gutachtlicher Beauftragung seines Institutes für Innenraumdiagnostik in Düsseldorf grundsätzlich zunächst die Ursache von Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbefall ermittelt werden müssten. Diese Ursachen seien objektiv und neutral zu bewerten. Dabei seien Schäden der Bausubstanz und von außen einwirkende Faktoren ebenso zu ermitteln, wie Ursächlichkeiten, die im Nutzerverhalten begründet seien. Er machte klar, dass die Bewertung von festgestellten Sachverhalten in Bezug auf ein Vertretenmüssen seitens des Vermieters oder Mieters nicht die Aufgabe des Sachverständigen sei. „Das müssen dann die Juristen tun“, so Dr. Lorenz. Ein besonderes Augenmerk richtete er in seinem Vortrag auch auf Schimmelpilzbefall, der je nach Art und Schadensintensität qualifiziert und ordnungsgemäß zu beseitigen sei, um Bausubstanzschäden zu vermeiden und gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bewohner nicht zu verursachen.

 

Dipl.-Ing. Jörg Wackerhahn, Abteilungsleiter vorbeugender Brandschutz der Feuerwehr Essen gab mit seinem Vortrag und anschaulichen Bildern vor, wie man sich vorbeugend vor Bränden schützen kann. Dabei empfahl er, besonderes Augenmerk auf offene Flammen, Hitzequellen und Elektrogeräte zu haben. „Abgeknickte und schadhafte Kabel, nicht sicherheitsgeprüfte Elektrogeräte und Unachtsamkeiten bei Lagerungen brennbarer Stoffe in der Nähe von Heizquellen sind häufige Brandursachen“, weiß der Brandschutzexperte. Auch machte er darauf aufmerksam, dass Feuerlöscher im Gebäude gut auffindbar und Rettungswege nicht blockiert sein sollten. Feuerschutztüren und Durchgangstüren sollten als Brand- und Rauchgasblockade geschlossen sein. Auch der in zahlreichen Mehrfamilienhäusern heftig umstrittenen Fragestellung, ob die Haustür nachts abgeschlossen werden darf, nahm sich Wackerhahn an. „Eine Haustür darf verschlossen werden, da grundsätzlich in den meisten Fällen ein zweiter Rettungsweg vorhanden ist, auch wenn dieser im Ernstfall aus der Leiter der Feuerwehr besteht.“ Auch wies er auf die Möglichkeit des Einbaus eines sogenannten „Panikschlosses“ hin, das sich auch in eine Haustüröffnungsanlage integrieren lasse, stetigen Verschluss der Haustür während der Tag- und Nachtzeit garantiere und somit den Sicherheitserfordernissen sowohl gegenüber Einbruchsrisiken als auch Brandschadensfällen in ausreichender Weise Rechnung trage. „Rauchmelder können Leben retten“, betonte Wackerhahn und erklärte die kurz vor Inkrafttreten stehende gesetzliche Rauchmelderpflicht in Nordrhein-Westfalen (hierüber werden wir in einer der nächsten Ausgaben des Haus & Grund-Magazins gesondert ausführlich berichten).

 

Dipl.-Ing. Ludger Wegmann, Stadtwerke Essen AG, stellte den neuesten Sachstand zur Dichtheitsprüfung privater Grundstücksentwässerungsleitungen vor. Nach den aktuellen Überlegungen, der Landesregierung soll eine generelle Verpflichtung zur Durchführung der Dichtheitsprüfung entfallen. In Wasserschutzgebieten sollen die Prüffristen bis zum 31.12.2015 für die Erstprüfung von Abwasserleitungen bei Wohngebäuden, die vor 1965 errichtet worden sind bzw. bei industriell und gewerblich genutzten Gebäuden, die vor 1990 errichtet wurden, beibehalten bleiben. Alle anderen Abwasserleitungen von Objekten in Wasserschutzgebieten müssen bis zum 31.12.2020 geprüft werden. Außerhalb von Wasserschutzgebieten sollen weiterhin bis zum 31.12.2020 Abwasserleitungen geprüft werden, die industrielle oder gewerbliche Abwässer entsorgen. Für andere private Abwasserleitungen außerhalb von Wasserschutzgebieten sollen landesrechtliche Vorgaben entfallen. Sollten jedoch kommunale Satzungen Dichtheitsprüfungen vorsehen, kann eine entsprechende Verpflichtung lokal durchaus bestehen bzw. bestehen bleiben.

 

Den Strauss der sich mit unterschiedlichen Themen befassenden Vorträge überreichte in bewährter Form der bekannte Journalist Tom Hegermann. In seiner Funktion als Moderator der Veranstaltung verknüpfte er launig eigene Erfahrungen als Hauseigentümer mit fundiertem Medienwissen, über das er als Radio-Moderator des WDR verfügt.

 

Im Anschluss an den Kongress rundeten zahlreiche vertiefende Gespräche an den Ausstellungsständen der sich an der Messe Haus – Garten – Genuss als Aussteller beteiligten Veranstaltungspartner Sparkasse Essen, Stadtwerke Essen AG und Haus & Grund das Informationsinteresse der teilnehmenden Veranstaltungsbesucher ab.

 

W. Weskamp

 

Sehen Sie sich die wesentlichen Inhalte der Kongress-Vorträge noch einmal an:
Dirk Mobers: "Energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden"
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5,33 MB
Jörg Wackerhahn: "Brandschutzprävention im Alltag"
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2,39 MB
Ludger Wegmann: "Kanal-TÜV-Was ist neu bei der Dichtheitsprüfung"
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84,71 KB
Dr. Rolf Kornemann: "Lohnen sich energetische Sanierungen?"
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26,81 KB
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